Ensemble für Musik des Mittelalters und Alte Musik

„Das Herz des Menschen ist symphonisch gestimmt”
(Hildegard von Bingen)

"Amore e soffrire"

Barocke Duette mit Harfe

In Monteverdis "Pur ti miro", Purcells "Two daughters" und Händels "Son nato a lagrimar" taucht der Zuhörer in die stilisierte Gefühlswelt der Liebe, des Verlangens, der Freude und der Trauer des Barock ein. Monteverdi, der vor 450 Jahren geboren wurde, gilt als Vertreter des Frühbarock. Bei ihm stehen die Vollkommenheit der Melodie und die Textverständlichkeit im Vordergrund. Die Musik ist auf die Affekte konzentriert und stellt somit die Grundlage seiner Opern dar. Purcell (1659 - 1695) entwickelte die englische Barockoper und Händel (1685 - 1759), Vertreter des Spätbarock, schrieb 42 Opern, aus denen viele bekannte Arien und Duette stammen.

„Um so empfindlicher leide ich unter meinem Schmachten, je tiefer mein Schmerz verborgen bleibt.”
Ardo e scoprir, Monteverdi



"Spirituelle Gesänge des Mittelalters"

Hildegard von Bingen

In diesem Program wird der Zuhörer in die Welt der mittelalterlichen Musik entführt. Schlichte Schönheit und meditative Momente machen den Reiz dieser Musik aus.

Im Zentrum des Programms stehen die Kompositionen der Hildegard von Bingen (1098 - 1179), deren außergewöhnliche Persönlichkeit und revolutionäres Leben sich in ihren Kompositionen widerspiegelt. Ihre Gesänge drücken, ungewöhnlich für die damalige Zeit, höchste Emotionen aus.

Hildegards Musik wird mit Liedern aus dem spanischen und italienischen Raum umrahmt. Die zu Anfang des Programms erklingenden „Cantigas de amigo” aus dem Martim Codax (um 1230) zählen zu den frühesten Liedern des galizisch-portugiesischen Sprachraums.

Im letzten Teil des Programms erklingen Lieder aus verschiedenen Sammlungen und Troubadourlieder (z.B. Laudario di Cortona, 13.Jh.), wodurch das Programm auch volksnahe Klänge der damaligen Zeit erhält.


Das Faszinierende an der mittelalterlichen Musik sehen die beiden Künstlerinnen in deren interpretatorischen Möglichkeiten. Da nur die Tonhöhen der Stücke überliefert sind, kann der Interpret den Rhythmus und die Dynamik frei gestalten. In seinen Interpretationen nutzt fluensaer zudem musikalische Elemente der Mehrstimmigkeit und der Instrumentierung. Die obertonreiche einstimmige Musik wird mit einer zweiten Stimme oder/und einem Bordun bereichert. Es entstehen kanonische Momente und eine eigenständige Begleitung. Das Ensemble möchte mit der Mittelalterlichen Musik rein musikalisch-emotional umgehen und legt bewusst keinen Wert auf den Anspruch einer Authentizität.

Im Zentrum des Programms steht der Gesang, der von Shrutibox, Glocken und Streichinstrument begleitet und unterstützt wird.

Petra und Stefanie sind das Mittelalter-Ensemble Fluensaer.